Endometriose: Unsichtbares Leiden in den Fokus rücken – Öffentliche Anhörung im Landtag
Endometriose ist für viele Betroffene ein Leben voller Schmerzen und Einschränkungen. Frauen erzählen von Ohnmachtsanfällen bei der ersten Regelblutung, von Arbeitsausfällen, von gescheiterten Kinderwünschen. Und von dem Gefühl, im Gesundheitssystem nicht ernst genommen zu werden.
Endometriose gehört zu den häufigsten, aber zugleich am meisten unterschätzten gynäkologischen Erkrankungen. Auch im Saarland sind schätzungsweise rund 22.000, vielleicht sogar bis zu 77.000 Frauen betroffen. Für viele bedeutet das: ein Alltag geprägt von Schmerzen, Erschöpfung und Unsicherheit, oft jahrelang ohne Diagnose und ohne die notwendige medizinische Unterstützung.
Um die Perspektiven von Betroffenen, Medizin und Forschung sichtbar zu machen, findet am Donnerstag, 4. September, eine öffentliche Anhörung des Ausschusses für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit statt. Eingeladen sind mehr als 40 Akteurinnen und Akteure, darunter die Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V., die Ärztekammer des Saarlandes, die Charité Berlin, das Universitätsklinikum des Saarlandes, das DRK Krankenhaus Saarlouis, der Berufsverband der Frauenärzte Saarland, die gesetzlichen Krankenkassen, der Deutsche Ärztinnenbund sowie Vertreterinnen und Vertreter von Selbsthilfegruppen. Bislang sind bereits 16 Stellungnahmen eingegangen.
Christina Baltes, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion:
„Endometriose ist für viele Betroffene ein Leben voller Schmerzen und Einschränkungen. Frauen erzählen von Ohnmachtsanfällen bei der ersten Regelblutung, von Arbeitsausfällen, von gescheiterten Kinderwünschen. Und von dem Gefühl, im Gesundheitssystem nicht ernst genommen zu werden. Oft vergehen 6 bis 10 Jahre bis zur Diagnose – eine unzumutbare Belastung für Körper und Seele. Mit der Anhörung wollen wir dieses Leiden sichtbarer machen, Tabus aufbrechen und Impulse für mehr Forschung, bessere Aufklärung und eine verbesserte Versorgung anstoßen.“
Die SPD-Landtagsfraktion hatte bereits im März einen Antrag zur geschlechtersensiblen Medizin und zur Enttabuisierung von Endometriose eingebracht. Die Landesregierung hat das Thema zudem in ihrer Gleichstellungsstrategie verankert.
Die öffentliche Anhörung findet am Donnerstag, 4. September, ab 9 Uhr im Landtag statt.