Quinten: In Saarlouis sind Fehler passiert
Heute wurde erneut deutlich: In Saarlouis sind damals Fehler passiert. Den damaligen Verantwortungsträgern war die von der rechtsextremen Szene ausgehende Gewalt bekannt. Dennoch wurde die Gefahr nicht ernst genug genommen und stattdessen als Fehlverhalten Halbstarker verharmlost.
Nach der heutigen Zeugenanhörung im Untersuchungsausschuss “Rassistische Anschlagserie” betont Sandra Quinten, ordentliches Mitglied im Untersuchungsausschuss: “Heute wurde erneut deutlich: In Saarlouis sind damals Fehler passiert. Den damaligen Verantwortungsträgern war die von der rechtsextremen Szene ausgehende Gewalt bekannt. Dennoch wurde die Gefahr nicht ernst genug genommen und stattdessen als Fehlverhalten Halbstarker verharmlost. Die Haltung, mit Rechtsextremismus habe dies gar nichts zu tun, reichte damals auch in Saarlouis bis in die Mitte der Gesellschaft hinein. Zusätzlich wurde teilweise von einer wahrnehmbaren Überforderung der Akteure berichtet.
Statt klar zu benennen, was war, stand offenbar das vermeintliche Ansehen der Stadt im Vordergrund. Auch heute haben Zeugen eingeräumt, dass dies ein Fehler war: ein Fehler, der die Erinnerungskultur über Jahre behindert hat und den Betroffenen des Brandanschlags nicht gerecht wurde.
Mit der öffentlichen Entschuldigung und der Aufstellung einer Gedenktafel im Rathaus in Saarlouis sind erste wichtige Schritte getan. Doch eines ist klar: Damit darf die Erinnerungskultur der Stadt Saarlouis nicht enden.”
Die Zeugenanhörungen im Rahmen der Beweisaufnahme sind noch nicht abgeschlossen. Es wurden noch fünf weitere Zeugen benannt. Diese werden nach der Sommerpause im Untersuchungsausschuss gehört.