Saarland-Monitor 2025: Großer Rückhalt für Demokratie, aber Sorge um ihre Zukunft
Das wichtigste Ergebnis des Saarland-Monitors ist, dass mit einer Zustimmung von 89 Prozent die Saarländerinnen und Saarländer zur Demokratie stehen.
Erstmals wurde heute von Landtagspräsidentin Heike Winzent der Saarland-Monitor vorgestellt. Die Studie zeigt, wie die Menschen im Saarland auf die politische Lage blicken.
Ulrich Commerçon, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, erklärt:
„Das wichtigste Ergebnis des Saarland-Monitors ist, dass mit einer Zustimmung von 89 Prozent die Saarländerinnen und Saarländer zur Demokratie stehen. Gleichzeitig zeigt sich: Mit dem tatsächlichen Funktionieren der Demokratie sind nur 54 Prozent zufrieden. Diese Diskrepanz müssen wir als Politik ernst nehmen.
Die Zufriedenheitswerte mit der Arbeit der Landesregierung (57 Prozent) und des Landtags (51 Prozent) sind im Vergleich zu anderen Ländern gut bis sehr gut und höher als im Frühjahr (April 2025 Zufriedenheit mit der Landesregierung 46 Prozent).
Das ist ein wichtiges Signal, aber wir dürfen uns nicht darauf ausruhen. Vertrauen entsteht dort, wo Menschen sehen: Entscheidungen werden nicht über ihre Köpfe hinweg getroffen, sondern mit Blick auf ihre Lebensrealität. Daran arbeiten wir Tag für Tag.”
Wunsch nach mehr Beteiligung wächst
Der Saarland-Monitor zeigt auch, dass der Wunsch nach politischer Beteiligung groß ist.
Dazu Commerçon: “Viele Menschen wünschen sich, mehr gehört zu werden. Das nehmen wir ernst. 61 Prozent der Saarländerinnen und Saarländer wünschen sich mehr gemeinschaftlich beratende Formate und genau das setzen wir als SPD-Fraktion um. Der jüngst abgeschlossene ‚Bürgerrat Klimaschutz‘ zeigt, wie Bürgerinnen und Bürger Politik konkret gestalten und verändern können. Das bestätigt uns in unserem Kurs. Demokratie lebt von Selbstwirksamkeit.“
Zusammenhalt bleibt besondere Stärke des Saarlandes
Der Saarland-Monitor zeigt auch das ausgeprägte Verständnis von Solidarität und sozialer Verantwortung der Saarländerinnen und Saarländer: Die Mehrheit lehnt die Vorstellung ab, jeder sei ausschließlich für sich selbst verantwortlich.
„Der gesellschaftliche Zusammenhalt macht das Saarland so besonders. Das sieht man auch im Alltag: Das Saarland hat die größte Vereinsdichte in Deutschland und das ehrenamtliche Engagement liegt über dem Bundesdurchschnitt. Viele Menschen übernehmen Verantwortung, weil sie wollen, dass unser Land funktioniert. Diese Haltung trägt uns, gerade in Zeiten des Wandels. Sie verbindet, statt zu spalten”, so der SPD-Fraktionsvorsitzende.
Mehr als zwei Drittel verorten sich in der Mitte oder links
Ein weiterer deutlicher Befund: 71 Prozent der Saarländerinnen und Saarländer verorten sich in der Mitte oder links der Mitte.
„Dass die solidarische Mitte im Saarland so stark ist, hat viel mit der Art zu tun, wie wir hier leben. Wir stehen mitten im Strukturwandel und ringen um Industriearbeitsplätze: in der Stahlindustrie, in der Automobilwirtschaft und in den vielen Betrieben, die daran hängen. Viele kennen solche Veränderungen aus eigener Erfahrung oder noch aus den Jahren, als das Ende der Montanindustrie unsere Region vor große Umbrüche gestellt hat. Und gerade deshalb wissen sie, wie wichtig Solidarität und Zusammenhalt sind. Viele übernehmen Verantwortung, weil sie wollen, dass dieses Land funktioniert. Das ist ein entscheidender Stabilitätsanker in einer Zeit, in der Polarisierung anderswo zunimmt.
Gleichzeitig wissen wir, dass auch diese Mitte unter Druck geraten kann. Viele machen sich Sorgen um ihre wirtschaftliche Zukunft, um die Stabilität ihrer Arbeitsplätze und um das, was der Wandel für ihre Familien bedeutet. Diese Verlustängste dürfen wir nicht unterschätzen.“
Der Saarland-Monitor bestätigt diese Wahrnehmung. Wirtschaft und Arbeitsmarkt gehören mit 22 und 21 Prozent zu den größten Sorgen der Menschen.
„Genau deswegen haben wir reagiert. Mit dem Transformationsfonds stehen Mittel bereit, um unsere Wirtschaft für die Zukunft aufzustellen und Arbeitsplätze zu sichern. Es geht darum, in einer Phase großer Unsicherheiten verlässliche Schritte zu ermöglichen. Viele Entscheidungen fallen in den Betrieben selbst, aber Politik kann dafür sorgen, dass stabile Rahmenbedingungen bestehen.“