Start der Veranstaltungsreihe „Herzensbildung“: Schülerinnen und Schüler geben den Ton an
Bildung ist mehr als Wissensvermittlung. Sie prägt Vertrauen, Wertschätzung und Verantwortung. Herzensbildung verbindet Kopf und Herz und schafft wichtige Voraussetzungen für gelingendes Lernen.
Mit der Auftaktveranstaltung „Herzensbildung: Was brauchen unsere Kinder?“ hat die SPD-Landtagsfraktion Saarland am Mittwochabend im Landtag eine neue Veranstaltungsreihe mit knapp 200 Gästen gestartet. Im Mittelpunkt standen die Stimmen von Kindern und Jugendlichen.
Der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Ulrich Commerçon, machte dabei deutlich, dass Bildung mehr leisten müsse als Wissensvermittlung: „Viele Kinder und Jugendliche stehen nach Pandemie, Krieg und gesellschaftlichen Umbrüchen unter erheblichem Druck. Schule muss ihnen Verlässlichkeit, Orientierung und Raum für Entwicklung geben“, sagte Commerçon. „Herzensbildung heißt für uns, Bildung vom Kind aus zu denken und soziale sowie emotionale Aspekte mitzudenken.“
Die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Martina Holzer, unterstrich diesen Ansatz in ihrer Begrüßung:
„Bildung ist mehr als Wissensvermittlung. Sie prägt Vertrauen, Wertschätzung und Verantwortung. Herzensbildung verbindet Kopf und Herz und schafft wichtige Voraussetzungen für gelingendes Lernen.“
Ein zentraler Bestandteil der Veranstaltung waren die Beiträge von Schülerinnen und Schülern aus dem Saarland: Lenja Lenz (7, Grundschule Merchweiler), Vincent Fischer (14, Johanneum Homburg) und Charlotte Lenz (15, Albert-Schweitzer-Gymnasium Dillingen) schilderten, was Herzensbildung für sie bedeutet und welche Erwartungen sie an Schule haben: von Wertschätzung und Mitbestimmung bis hin zu einem verlässlichen Umfeld.
So machten die Schülerinnen und Schüler deutlich, wie wichtig moderne, helle und einladende Schulen sind – als Orte, an denen sie sich wohlfühlen und gerne lernen.
Besonders betonten sie die Bedeutung von Mitgestaltung: Wenn junge Menschen bei der Planung von Räumen, Schulhöfen und Aufenthaltsbereichen mitentscheiden, übernehmen sie Verantwortung, erleben Gemeinschaft und stärken ihr Demokratieverständnis.
Im anschließenden Kamingespräch diskutierte Commerçon mit Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot und der Schülersprecherin der Ganztagsgemeinschaftsschule Neunkirchen, Julia Meiser, darüber, wie Schule heute als Lern- und Lebensraum weiterentwickelt werden kann. Dabei ging es um neue und offenere Lernformate, Mitbestimmungsmöglichkeiten von Schülerinnen und Schülern, Demokratiebildung sowie die Frage, wie Schule gerechter und inklusiver gestaltet werden kann. Großen Applaus erhielt schließlich der Vorschlag der Schülersprecherin, Überraschungstests an Schulen abzuschaffen und Schülerinnen und Schülern mehr Verantwortung in ihrem Lernprozess zu übertragen.
Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot: „Bildung ist Beziehung. Sie entsteht im Miteinander und im offenen Austausch. Mit Herzensbildung nehmen wir bewusst in den Blick, was für Schüler:innen entscheidend ist: ihre Lebensrealität ernst zu nehmen, sie nicht auf Noten zu reduzieren und Schule gemeinsam auf Augenhöhe zu gestalten. Dafür braucht es Freiräume, Demokratiebildung und die gezielte Förderung sozialer Kompetenzen.“
Die Veranstaltungsreihe „Herzensbildung“ wird in den kommenden Monaten fortgesetzt und bietet Raum für Austausch und neue Impulse zur Weiterentwicklung von Schule und Bildung im Saarland.