Was mich bewegt.
Ich habe aus meiner Krankheit nie ein Geheimnis gemacht, und doch habe ich noch nie so öffentlich darüber gesprochen. Zu diesem Schritt habe ich mich jetzt aus einem einfachen Grund entschieden: In dieser Woche war Weltkrebstag.
Kurz vor Ostern im letzten Jahr ging ich mal wieder zu einer Untersuchung zur Krebsvorsorge. Ihr wisst ja, wie das ist: In den beiden Jahren zuvor habe ich diese Untersuchung „ausfallen“ lassen. Mein Facharzt ging in Rente, und dadurch verlor ich das Thema ein bisschen aus den Augen. Heute kann ich sagen: Gut, dass ich nicht noch ein weiteres Jahr habe verstreichen lassen. Der Befund war leider nicht wie gewohnt unauffällig.
Die Diagnose Krebs wirft jeden aus der Bahn, auch mich. Heute bin ich nach zwei Eingriffen wieder gesund und sehr dankbar, in dieser schweren Zeit so gut begleitet und betreut worden zu sein.
Ich habe aus meiner Krankheit nie ein Geheimnis gemacht, und doch habe ich noch nie so öffentlich darüber gesprochen. Zu diesem Schritt habe ich mich jetzt aus einem einfachen Grund entschieden: In dieser Woche war Weltkrebstag. Mir war es wichtig, Menschen in meinem Umfeld und auf Social Media darauf aufmerksam zu machen, zur Krebsvorsorge zu gehen. Die Reichweite bei Instagram lag quasi bei null. Der Beitrag bekam insgesamt 22 Likes.
Irgendwie verstehe ich das. An Krebsvorsorge erinnert zu werden, löst spontan allzu oft ein schlechtes Gefühl aus. Irgendwo zwischen schlechtem Gewissen und der Angst, man könnte „etwas“ finden. Also scrollt man schnell weiter, um sich wieder etwas Schönerem zu widmen.
Es ist mir dennoch ein Anliegen, darüber zu sprechen. Deshalb habe ich Euch von meiner eigenen Erkrankung erzählt. Denn Vorsorgeuntersuchungen können Leben retten. Deines, das Deines Partners oder Deiner Partnerin, das Deiner Eltern oder Geschwister. Die Medizin hat in den letzten zwanzig Jahren enorme Fortschritte gemacht, Tumore werden früher entdeckt, vieles lässt sich heute gut behandeln.
Und bei der Behandlung geht es nicht nur darum, ein Leben zu retten, sondern auch darum, ein Leben zurückzugewinnen. Die Zeit nach einer Krankheit fühlt sich anders an. Man nimmt Dinge bewusster wahr, setzt Prioritäten anders, sagt häufiger Ja zu dem, was wirklich zählt. Und auch mal Nein, wenn man spürt: das wäre nicht gut für mich.
Zur Vorsorge zu gehen, kostet vielleicht eine Stunde. Und ein wenig Überwindung. Sie kann aber Jahre schenken. Und manchmal schenkt sie sogar ein neues Leben – ein bewussteres. Bitte geht zur Vorsorge.